Von Tränen der Freude wird berichtet. Minister und Bischöfe, Studenten und Professoren herzten einander, daß es eine Art war. Ja, es ging fidel zu, als jetzt Australiens Antiroyalisten der Queen zum Abschied lauthals servus sagten. Die Monarchie liege "tot und verwest auf Australiens Erde", hatte der Anwalt Greg Craven in die Verfassunggebende Versammlung von Canberra gerufen.

So sah es die Mehrheit. Und deshalb soll die alte Sträflingskolonie nun eine Republik werden, mit einem Präsidenten, den - ja, wer denn nun wählt? Das Volk? Das Parlament? Gleich war der Streit da. Wie das so geht bei Demokraten: Müssen sich erst orientieren ohne Potentaten!

Es war ein Freitag, der 13., natürlich. Was wissen die Australier schon vom wahren Untertanenglück. Lord Granville of Eye könnte ihnen davon erzählen.

Der wollte am Donnerstag, dem 12., in London seinen 99. Geburtstag feiern.

Doch dann klopfte ein Emissär des Buckingham-Palastes an die Tür, wollte sich des Alters seiner Lordschaft vergewissern, denn in Britannien haben alle Hundertjährigen Anspruch auf einen Glückwunsch der Königin. Lady Granville fragte nach beim Standesamt - und siehe da, der Lord hatte ein Jahr vergessen, vielleicht auch unterschlagen.

Nein, nichts wissen die Australier von solchem Glück. Nur der Premier, der ist seiner Königin treu geblieben. Vielleicht, weil er sich am liebsten selbst zum Präsidenten wählen lassen würde. Denn der ist, die Deutschen wissen es, doch ein kleiner König.