Leo Kirch macht Druck. Bis zum 13. Februar, so hatte der Münchner Medienstratege dem ARD-Vorsitzenden Udo Reiter ein Ultimatum gesetzt, sollte das öffentlich-rechtliche System endlich die Vereinbarung übers Digital TV unterschreiben und an die Partner Kirch, Bertelsmann und Telekom senden.

Andernfalls solle die ARD die Vereinbarung zurückgeben. Doch die ARD läßt sich Zeit: Ihr fehlt noch eine Stellungnahme von Bertelsmann. Allerdings dürfte es der Kirch-Partner selbst nicht so eilig haben - warum auch? Denn bevor die TV-Allianz überhaupt an den Markt gehen kann, steht die Kartellentscheidung in Brüssel an. Und die wird erst im Mai fällig. Es drohen strikte Auflagen oder ein Verbot. Für Kirch gewiß eine harte Durststrecke - hat er doch schon Milliarden Mark in das Zukunftsgeschäft investiert. Fragt sich nur, ob sein Drängen geschickt ist. Es zeigt das typische Verhalten eines Monopolisten. Doch den will Brüssel verhindern.