Vor vier Jahren wurde in der Nähe des Milchstraßenzentrums eine bis dahin unbekannte Zwerggalaxie entdeckt. Das Sagittarius getaufte Sternsystem ist einer von neun Begleitern unserer Milchstraße und enthält nur 150 000 Sterne.

Aus der Bewegung der Sterne von Sagittarius schloß jetzt ein Forscherteam um Rosemary Wyse an der Johns-Hopkins-Universität, daß der Zwerg weniger als eine Milliarde Jahre für einen Umlauf um die Milchstraße benötigt - und daß er unsere Heimatgalaxis schon mindestens zehnmal umrundet hat, ohne vom zerrenden Gravitationsfeld der Milchstraße auseinandergerissen zu werden.

"Sagittarius muß eine Unmenge dunkler Materie enthalten, damit sie mit ihrer Anziehungskraft die Sterne an sich binden kann", staunt Rosemary Wyse. Aus weiteren Beobachtungen von Sagittarius erhoffen sich die amerikanischen Forscher Rückschlüsse auf Art und Umfang dieser unsichtbaren Materie sowie auf die Entwicklungsgeschichte unserer Milchstraße. Bereits heute weiß man, daß sich die Zwerggalaxie auf Kollisionskurs mit der Milchstraße befindet.

Doch zur Panik besteht kaum Anlaß: Einerseits vergehen bis zum Zusammenstoß noch Jahrmillionen zum anderen ist die Milchstraße mit ihren hundert Milliarden Sternen so viel größer, daß sie den Eindringling kaum spüren wird.