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Gegen Ende seines langen Lebens stieg der bis dahin weitgehend stigmatisierte konservative Schriftsteller zu einer Identifikationsfigur für deutsche Intellektuelle auf.

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Bedeutsamer als diese konservative Umdeutung von Modernität war für die Renaissance Ernst Jüngers die Tatsache, daß ihn auch die Linke für sich entdeckte.

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Jünger erschien ihnen (den Linksintellektuellen) plötzlich als ein über den Ideologien stehender Seismograph untergründiger Bewegungen in Geschichte und Gesellschaft, welche von einem "platten" aufklärerischen Rationalismus nicht erfaßt werden könnten, ja, deren Erkenntnis dieser Rationalismus sogar verhindere.

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