Unser Thema heute: das Leben. Dazu bemerkt Schiller: "Das Leben ist der Güter höchstes nicht / Der Übel größtes aber ist die Schuld." Na ja. Zwar ist es richtig, daß Schuld (zum Beispiel ein fauler Kredit oder ein überzogenes Gehaltskonto) durch das Ableben des Inhabers demselben nicht mehr schaden kann. Insofern kann der Lebensgedanke augenblicksweise hinter den Tilgungsgedanken zurücktreten. Dennoch müssen wir Schiller widersprechen: Leben ist besser als Tilgen.

Die Frage lautet allerdings: Wie? Je mehr nämlich die Lebenserwartung steigt, um so kostbarer werden Rezepte zur Lebensverlängerung. Wir stehen nicht an, auch hierzu unser Scherflein beizutragen. Wie zum Beispiel begegnet man der Gefahr, während eines Fluges Opfer eines Bombenanschlages zu werden? Antwort: Indem man seinerseits eine Bombe an Bord schmuggelt. Die Wahrscheinlichkeit zweier Bomben an Bord ist extrem gering. Bitte, bitte, gern geschehen.

Weitere Tips: Stillende Mütter leben länger als nichtstillende. Eine Fischmahlzeit pro Woche halbiert die Herztodgefahr. Dazu morgens ein Glas Apfelessig mit Honig und lauwarmem Wasser. Ein Tag, der so beginnt, kann nur besser werden. Ebenfalls gesund: regelmäßiger Alkoholkonsum. Er verlängert das Leben, mindert aber die Libido.

Wie steht es übrigens damit? Eine Umfrage der Zeitschrift Allegra unter 1535 Frauen ergab, daß 39 Prozent gerne jeden zweiten Tag Sex hätten und 25 Prozent jeden Tag, daß aber nur rund ein Fünftel kriegen, was sie wollen. Dieses Fünftel treibt die weibliche Lebenserwartung in jene furchtbare Höhe, wo der Mann nicht kommt. Frauen leben länger, weil Sex zwar die Libido mindert, aber das Leben verlängert.

Die Frauen wurden übrigens auch gefragt: "Would you like to have sex with President Clinton?" Die Antwort: "Not again."

Und was sagt Candidus Schröder zur Lebensfrage? Der Spiegel fragte: ob es für ihn ein Endziel, ein Ende gebe? Schröder: "Das kann ich mir überhaupt nicht denken. Das hieße ja, daß das Leben gelebt ist. Das wäre dann der Tod." Mit anderen Worten: genau.

Der Chefredakteur der Neuen Zürcher Zeitung hat übrigens dieser Tage mit dem Präsidenten der Verbindung Schweizer Ärzte eine Fernsehdiskussion über das Thema "Sind wir zu oft krank?" geführt. Die Frage stellen heißt sie beantworten. Gar nicht selten ist es nämlich so, daß Krankheit zum Tode führt. Und der wäre ja praktisch (denken wir an Schröders Diktum!) das Ende des Lebens, was niemand, ungeachtet Schillers, wollen kann. Deshalb sollte man Krankheit unter allen Umständen meiden.