Durchfallende Geldstücke scheuert man gern am Automaten blank - davon zeugen die Kratzspuren an unzähligen Fahrkarten- und Getränkeautomaten. Fallen die "bescheuerten" Münzen tatsächlich seltener durchs System? Christian Nowak, Köln

Nein. "Das ist alles Parapsychologie", sagt dazu Nikolaus Ganske, Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Warenautomatenaufsteller. Moderne Münzprüfer, wie sie in Zigaretten- oder Fahrscheinautomaten eingebaut sind, testen drei Eigenschaften der eingeworfenen Münzen: Abmessungen, Gewicht und magnetischen Anteil (Parkuhren sind primitiver, deshalb kann man sie relativ leicht täuschen). Keine dieser drei Größen wird durch das Reiben verändert. Allenfalls stark verschmutzte oder rostige Münzen, die der Automat nicht akzeptiert, kann man durch Kratzen gängig machen.

Eine nicht parapsycho-, aber logische Erklärung, warum viele Zeitgenossen schaben: Nehmen wir an, die Münze ist leicht fehlerhaft, so daß sie nur mit neunzigprozentiger Wahrscheinlichkeit vom Gerät akzeptiert wird. Nun fällt sie beim ersten Mal durch. Der Mensch reibt sie am Gehäuse, wirft sie wieder ein - dann führt das Reiben in neun von zehn Fällen zum Erfolg!

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