Kritik aus Frankfurt hatten wenige erwartet, doch Bundesbank-Präsident Hans Tietmeyer hat den Internationalen Währungsfonds zu Recht gerüffelt.

Seine Klage: Auf die Asien-Krise reagierte der Fonds mit gewaltigen Stützungsprogrammen, während private Gläubiger nicht ins Obligo genommen werden.

Schon auf der vergangenen IWF-Jahrestagung fragte Tietmeyer, ob die Währungsbehörde in Washington mit ihren Finanzpaketen nicht private Investoren herauskauft. Hinter den Kulissen wirft die Bundesbank dem Fonds außerdem vor, blauäugig auf die segensreiche Wirkung von Deregulierung zu vertrauen, ohne sich genügend um funktionierende Märkte und eine wirksame Aufsicht zu kümmern.

Auch wenn der Fonds in Korea und Indonesien seine Politik ändert - noch gibt es keine Regeln dafür, daß bei künftigen Krisen die privaten Gläubiger einen Teil der Last schultern. Sie müssen jetzt vereinbart werden. Tietmeyer muß am Ball bleiben.