Daß der Franzose auf diplomatischem Parkett und auch sonst gerne mal seiner eigenen Wege geht - d'accord. Aber nun geht er zu weit. Der weltgrößte Reifenhersteller Michelin hat sein reifenrundes Maskottchen Bibendum dünner gemacht. Richtig dürr ist es geworden. Das Männchen ist nicht mehr knuddelig und überhaupt nicht mehr sympathisch.

Die Folgen sind fatal: Das Michelin-Maskottchen wird drahtig, kantig, kühl - fast so wie José Ignacio López, Ferdinand Piëch oder Jürgen Schrempp. Die Branchen rund ums Auto verlieren alles opulent Liebenswerte.

Der Reifenproduzent aus Clermont-Ferrand wird wohl seine Gründe haben.

Vielleicht ist das drahtige, dürre Männchen ein perfider Fingerzeig, daß aus dem Geschäft mit den dicken Autoreifen die Luft so ziemlich raus ist und man sich statt dessen in Zukunft auf die dünneren Fahrradreifen spezialisieren will. Aber das hätte man im Tour-de-France-Land und bei den neuerdings radsportbegeisterten Deutschen ja nun auch wirklich offen sagen können.