Beim Flug war der Grundstein für den Besuch gelegt worden. Eine Studentin, ausgerechnet aus Harvard, beglückt mich mit einem rosaroten Bonbon. Lächelnd wie sie werfe ich ihn ein - bis ich realisiere, daß ich an einem Kaugummi klebe. Macht nichts, denke ich, wer mit Studentinnen plaudern will, muß auch so etwas schlucken, sorry: kauen. Kiefermahlend sitzen wir nebeneinander.

Doch der gute Wille rächt sich nur zu bald. Ich beiße auf etwas Hartes. Was ist passiert? Habe ich der Völkerverständigung einen Zahn geopfert? Der Lokaltermin auf der Bordtoilette läßt absolut keinen Zweifel: Das Zeug hat mir eine Plombe entrissen.

Gleich nach meiner Ankunft in Atlanta/USA gewährt mir eine Zahnärztin ohne Verzug einen Behandlungstermin. Samstag ist's, indes regulärer Praxisbetrieb.

Offenbar muß die Zunft hier nicht das ganze Wochenende ausschwärmen, um das durchzubringen, was sie an den anderen viereinhalb Tagen erwirtschaftet hat.

Und locker geht's zu. Die Begrüßung hat dieselbe freundliche Intonation, der man auch sonst beim Geldausgeben begegnet. Formell ist nur, daß ein Formular ausgefüllt sein will.

Das allerdings hat es in sich: grob überschlagen an die fünfzig Fragen zur Anamnese, die mit dem schönen Titel "General history" überschrieben sind. In den Zahnarztpraxen ist also historisches Interesse vorhanden.

Faktenfragen zunächst: "Sind Ihre Zähne empfindlich? Bluten Sie leicht?"