Unerhört, die Berliner wollen Friedel Drautzburg in seiner Kneipe am Schiffbauerdamm nicht die tollen Tage feiern lassen. Drautzburg, die Bonner Gastwirtslegende, seit er mit Günter Grass für Brandts EsPeDe trommelte.

Anwohner hörten nur Krach bei dem Gesang, der für Rheinländer wahre Klassik ist: "Lück wie ich und du" und so 'n Gedöns halt.

Drautzburg hatte einst den Protest gegen Berlin organisiert - "Ja zu Bonn" -, bevor er im neuen Regierungsviertel seine "Ständige Vertretung" ("StäV") aufmachte. Der darf nicht Karneval feiern? Erst schunkelten die Gäste mit Kopfhörer weiter. Dann bot ihm eine Disco namens "Tränenpalast" Zuflucht.

Aber im nächsten Jahr kommt der Zoch. Und die Jecken. Wenn die wahnsinnige Love Parade eine wahnsinnig geliebte politische Demonstration ist, was ist dann ein Karnevalszug, der in der "StäV" endet? Keine Politik? Schon mal was vom "Buuredanz" gehört? "Arsch huh, Zäng ussenander", keine Politik?

Man hat's schon im Ohr: Mensch, Diepgen, "die Karawane zieht weiter, der Sultan häät Duursch". Schröder, "emal Prinz zu sinn". Bonn kommt nach Berlin.

Der WDR probt schon, wenn's nicht klappt, gibt's wirklich Kulturkrieg. Pänz, die Berliner Republik hat ihre Rechnung ohne den Wirt gemacht.