Eine Sondermarke für den Kriegssänger Ernst Jünger? Auf solch eine Ehrung können wir im Fall des Kriegshassers Georg Elser natürlich lange warten.

Immerhin wurde zur Erinnerung an den Mann, der am 8. November 1939 Hitler zu töten versuchte, in seinem Heimatort Königsbronn auf der Schwäbischen Alb eine Gedenkstätte eingerichtet - jetzt, 53 Jahre nach seiner Ermordung im KZ Dachau! München, Ort seiner unerhörten Tat, ignoriert den kühnsten deutschen Widerstandskämpfer dagegen weiterhin: Ein mickriges Plätzchen und eine kümmerliche Bodenplatte am Gasteig, wo einst der "Bürgerbräukeller" stand, in dem Elsers Bombe Hitler um 13 Minuten verfehlte, sind alles, was dort an den mutigen Schreiner erinnert. Vielleicht aber werden auch die Münchner sich eines Besseren besinnen und der Forderung nach einer Gedenkstätte nachgeben, wenn im Sommer die Berliner Ausstellung über Elser (siehe ZEIT Nr. 42/97) endlich im Kulturzentrum Gasteig gezeigt wird. Zu dieser Ausstellung - zur Zeit übrigens noch in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand zu sehen - ist nun auch eine ausführliche Dokumentation erschienen, die das tapfere Leben Elsers eindringlich nachzeichnet (",Ich habe den Krieg verhindern wollen' - Georg Elser und das Attentat vom 8.

November 1939", herausgegeben von Peter Steinbach und Johannes Tuchel, Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Stauffenbergstraße 13/14, 10785 Berlin 111 S., Abb., 20 Mark inkl. Porto).