Ach ja, das Image. Ein Sorgenkind, um das sich die Verklärer von Produkten und Personen kümmern. Doch was könnten die Retuscheure der Erscheinungsbilder nicht alles von Ferdinand Piëch lernen. Der Volkswagenchef hat nicht nur eine gute Hand bei der Entwicklung von Automobilen, er weiß seine Erzeugnisse und damit sich selbst auch ins beste Licht zu rücken. Wenn es sein muß mit geborgtem Glanz.

Den ersehnten Glamour leiht er sich jetzt bei Amerikas renommiertester Hotelkette. Ritz-Carlton - sonst nur in eleganten Metropolen zu Hause - kommt nach Wolfsburg. Wolfsburg? Liegt das nicht im tiefsten Schröderland, wo Luxus eine Lüttje Lage ist? Sei's drum. Piëch holt eines der noblen Häuser in die Provinz und betreibt damit Standortpolitik, von der alle profitieren. Ritz wird gute Belegung garantiert, die VW-Manager bekommen prächtige Nachbarschaft.

Die Symbiose verspricht reichlich PR-Ertrag. Solange der hauseigene Zwölfzylinder noch auf Probe läuft, läßt Ritz-Carlton schon einmal die wahren Ambitionen der Mittelkläßler ahnen. Volkswagen - der Ritz-Beetle? - will in höhere Käuferschichten vorstoßen und Spitze werden. Dabei kann die Nähe zu den amerikanischen Herbergsvätern nur helfen. Die Hotels ihrer Kette sind berühmt für perfekten Service. Zur Nachahmung empfohlen, VW-Werkstätten!