Ich bin vierzehn Jahre alt und besuche die siebte Klasse des Spessart-Gymnasiums in Alzenau. Ich schreibe Ihnen wegen des großen Lauschangriffs, den ich keinesfalls befürworten kann. Ich finde, eine solche Einschränkung der Grundrechte ist nicht mit einer so geringen Aussicht auf Erfolg bei der Verbrechensbekämpfung zu begründen. Solch eine gravierende Gesetzesänderung ist in einem Rechtsstaat wie Deutschland nicht zu rechtfertigen. Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem ein geringer Verdacht genügt, die Privatsphäre der Bürger zu verletzen. Deshalb finde ich es gut, daß die ZEIT gegen den Lauschangriff vor das Bundesverfassungsgericht gehen will. Zur Unterstützung dieser Aktion habe ich in den vergangenen drei Tagen in meiner Schule und bei Freunden insgesamt 86 Unterschriften gesammelt. Für ihre Echtheit haben Sie mein Wort.

Die Originale schicke ich heute an den SPD-Fraktionsvorsitzenden Rudolf Scharping, weil ich hoffe, daß die Politiker sich doch noch besinnen. Falls nicht, hoffe ich, daß meine Unterschriftensammlung Ihnen helfen kann, gegen die Gesetzesänderung gerichtlich vorzugehen. Eine weitere Kopie geht heute an den Spiegel.

Felix Fleckenstein Kahl/Main