Liebe Leser, nachdem wir in unserer letzten Sitzung das Leben im Gemeinen durchgenommen haben, kommen wir heute zu seinem ganz Besonderen. Wie jeder Mann weiß, gibt es gar kein Leben an sich, sondern immer nur sehr speziell. Einige werden wie Ernst Jünger zum Letzten Ritter geschlagen, andere müssen vor der Zugbrücke ohne Rittersport verhungern. Jetzt hat es Sean Connery (67) erwischt. Nach Erkenntnis der britischen Linksregierung und ihrer Frauenbeauftragten ist er für den englischen Ritterstand ungeeignet, obwohl er doch ein Anhänger der schottischen Nationalisten war und seine Kriegstagebücher in Hollywood unter der laufenden Nummer 007 verfilmt wurden.

Ja, früher war das Leben bunt und scheckig, heute ist es lau und eckig. Schon unsere Kleinsten werden mit dem Bade ins egalitäre Elend geschüttet, wie die Gmünder Ersatzkasse in ihrer Betriebszeitung Erbarmen brühwarm mitteilt. Kerndeutsche Haushalte baden ungleiche Babys so oft rauf und runter, bis alle Landeskinder nach demselben Duft stinken. Das ist nackter Gleichheitsterror, weshalb Kurt Biedenkopfs "Zukunftskommission" Kanzler Kohl sofort den Kopf gewaschen hat. "Mehr Ungleichheit wagen", fordert seine Kommission, was die Historiker unter uns an Willy Brandts berühmten Satz: "Ich rauche gern" erinnert. Auch unsere Süddeutsche Zeitung stellt die Gleichmacherei in deutschen Wannen ungepudert an den Pranger. "Vielleicht stehen wir heute vor der liberalen Bürgergesellschaft, in der die Menschen in Freiheit und Ungleichheit über ihr Leben bestimmen." Endlich sagt es jemand! "Freiheit, Ungleichheit, Rittersport". Oder wie Sean Connery seiner Frauenbeauftragten nachrief: "Ungleichheit ist das Badesalz des Lebens!" Alles andere sei Finis

Finis