Benutze man zum Anzünden einer Zigarette eine Kerzenflamme anstatt eines Feuerzeugs oder eines Streichholzes, so sei der erste Zug aus der Zigarette zehnmal so schädlich. Und zehn Seeleute, so heißt es, müßten dann sterben ... Stimmt's?

Nina Rösner, Florenz

Lassen wir die Sache mit den Seeleuten einmal außen vor. Was die Schädlichkeit der Kerzenflamme angeht, so kann bedenkenlos Entwarnung gegeben werden. 1994 hat eine Gruppe von Forschern den Schadstoffgehalt von Kerzen untersucht. Ergebnis: Die Emissionen der Flamme liegen "um ein Vielfaches unterhalb des Wertes, den eine brennende Zigarette verursacht".

Das gilt zwar zunächst nur für die passiv eingeatmeten Verbrennungsprodukte, ist aber nach Auskunft von Professor Otto Hutzinger von der Universität Bayreuth, einem der Autoren der Studie, auch auf das Anzünden an der Kerzenflamme übertragbar.

Das Schlimmste, was der Raucher von der Kerze zu befürchten hat, ist eine geschmackliche Beeinträchtigung, etwa durch unvollständig verbrannte Wachspartikel. Der Krebs kommt vom Tabak, nicht vom Paraffin.

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