Hinter Landquart folgt der Radweg dem breiten, fein geschotterten Rheindamm, der den Fluß bändigt. Aber die Autobahn bleibt nah. Zwar nicht mehr zu sehen, aber noch gut zu hören, versteckt sie sich hinter einem breiten Waldgürtel.

Die neue Routenführung des kommenden Sommers sieht denn auch den Umweg über die Dörfer am Rand des Rheintales vor.

Eine Übernachtung und ein gutes Dutzend Kilometer weiter wird der Rhein zum Grenzfluß. Auf beiden Ufern, ob hüben in der Schweiz oder drüben auf liechtensteinischem und später österreichischem Territorium, begleiten mächtige Deiche den Strom. Würde der eingeböschte Rhein im Sommer nicht trockenfallen und die Kies- und Schotterbänke freigeben, er sähe aus wie ein Kanal.

Auf der Schweizer Seite ist der Fluß nicht nur durch Dämme befestigt. In regelmäßigen Abständen ragen überdimensionierte Maulwurfshügel aus Stahlbeton neben dem Radweg auf. Nach dem Einmarsch der nationalsozialistischen Truppen in Österreich befürchteten die Eidgenossen auch eine Annexion ihres Landes und errichteten entlang der Rheingrenze die kleinen Betonbunker. Die schmalen Schießscharten sind längst zugemauert, die kugelrunden Schutzbauten stehen heute nutzlos in der Landschaft herum.

Nutzlos? Nicht ganz. Als Sonnenbänke werden die Minibunker zweckentfremdet.

Auf einer der Kuppeln sitzt eine blonde Bikerin. Der laue Wind umspielt die langen Haare. Das Chäs-Velo gerät für wenige Meter aus der Spur.

Beim Marktflecken Altstätten schließlich ist das Rheintal noch breiter geworden. Einst reichte der Bodensee weit das Tal hinauf. Heute durchziehen schnurgerade Gräben und kleine Kanäle die flache, fruchtbare Niederung und entwässern das Land.