Nur noch jeder vierzehnte Deutsche steigt in den Zug, um in die Ferien zu fahren. Schuld daran sind die hohe Automobilität, der Siegeszug der Flugpauschalreise und das häufig umständliche und unbequeme Umsteigen vor allem mit Kindern und Gepäck.

Mit einem Pilotprojekt will die Deutsche Bahn AG nun den Abwärtstrend stoppen und wieder mehr Urlauber auf die Schiene locken. Vom 27. Juni bis zum 12.

September startet jeden Samstag und Mittwoch der UrlaubsExpress von Nordrhein-Westfalen in die Feriengebiete Mecklenburg-Vorpommerns. Das Projekt soll darüber Aufschluß geben, ob es gelingt, analog zum Charterflugverkehr die Nachfrage für Reiseziele zu bündeln. Ist dieser Versuch erfolgreich, soll der UrlaubsExpress im nächsten Jahr auch andere Ferienregionen ansteuern.

Eingesetzt wird der DB-Touristikzug, der mit nur 48 Sitzplätzen pro Wagen ein Drittel mehr Platz bietet. Für zusätzliche Bewegungsfreiheit sorgen ein Clubwagen mit Bar und Sesseln sowie ein Speisewagen. Mitreisende Kinder werden unterwegs in einem Waggon mit dem Namen "Eltern for Family Kinderland" betreut. Platz fürs Reisegepäck und auch für Fahrräder ist in einem eigenen Gepäckwagen.

Der UrlaubsExpress startet morgens in Düsseldorf und hält in Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund, Münster und Osnabrück. In Mecklenburg-Vorpommern macht der Zug in Schwerin, Bützow, Ribnitz-Damgarten, auf Rügen und Usedom Station. Die Heimfahrt beginnt zwischen 14.30 und 19 Uhr mit Ankunft in Nordrhein-Westfalen am späten Abend.

Erstmals organisiert die Bahn auch den direkten Transfer per Bus-Shuttle von den fünf Zielbahnhöfen direkt zu 47 Urlaubsorten zwischen Schwerin und Usedom und beseitigt damit einen gravierenden Wettbewerbsnachteil der Bahnreise.

Kundenumfragen hatten ergeben, daß in Ferienorte, die nur einen Nahverkehrsanschluß haben, lediglich jeder fünfzigste Urlauber mit der Bahn anreist, in Orte, wo auch Fernzüge halten, immerhin jeder siebte.