Sein persönlicher Triumph könnte sich als Pyrrhussieg für seine Partei erweisen. Marathon-Mann Joseph Fischer? Wie schön für ihn, daß er den Olymp der Dauerläufer erreicht hat. Doch den Grünen tut er damit keinen Gefallen.

Selbstquälerei erschreckt Normalverbraucher von Energie und Lebensfreude.

Selbst die in der grünen Klientel.

Ohnehin mutet der Neu-Asket seinem Publikum viel zu. Wer das Image schneller wechselt als andere ihre Zahnbürste, der verwirrt. Erst hat er uns eingebleut, daß nur in Turnschuhen gute Politik gemacht wird jetzt trägt er immer öfter Weste. Früher versprach sein Embonpoint eine gewisse Gelassenheit inzwischen sieht er älter aus, als er vielleicht je werden könnte. Kein Wunder, daß die Grünen mit dieser ausgezehrten Galionsfigur in schwere Fahrwasser geraten.

Aber noch ist nichts verloren. Wo Verzicht waltet, keimt auch Versuchung.

Seine Parteifreunde sollten diese Erkenntnis nutzen und ihr hageres Zugpferd an die Krippe führen. Laßt wohlbeleibte Wahlkämpfer um mich sein, sagte schon Cäsar. Oder war es Kohl? Egal, jetzt hilft den Grünen nur noch eines: Schafft Joschka zum nächsten Italiener.