Denn sie hoffen, daß Schur die Stimmen der orthodoxen Ostalgiker einsammelt.

Auch deshalb hat Alexander Osang ein gnadenloses Portrait geschrieben. Er sagt: "Die setzen mit Schur auf ganz billige Gefühle: ,Unsere schöne Heimat DDR.' Das nehme ich denen richtig übel, das so hochzuziehen, so etwas Rückwärtsgewandtes." Osang ist ein Ostdeutscher, der nicht will, daß alles, was DDR war, weggewischt wird. Doch die Plattheiten eines Schur verletzen ihn persönlich. So will er Ostdeutschland nicht repräsentiert wissen.

Schur versteht nicht, wie jemand ein solches Portrait über ihn hat schreiben können. "Ich hatte immer eine Bombenpresse." Er seufzt und lacht. Seit Osangs Artikel steht er unter Schock. "Meine Frau, meine Söhne, alle hat es mit einem Schlag erwischt, die sonst immer nur Freude mit mir hatten." Dann sagt er: "Es ist eben so in dieser Gesellschaft, daß man mit manchen Menschen so verfährt."

Aber nicht die Gesellschaft hat ihm das eingebrockt, sondern die PDS. Dort weiß man, wie Schur redet, was ihm zuzutrauen ist und was nicht. Doch statt ihn vor einer Kandidatur zu bewahren, hat man ihm einen Betreuer zur Seite gestellt. Der kann aber auch nicht verhindern, daß Schur von "den Negern" spricht oder von einem, der "arbeitet wie ein Kümmeltürke". Auf die Frage nach zunehmendem Rechtsradikalismus hat er sich in einer Diskussion so eingelassen: "Hitler hat die Probleme ja noch in den Griff gekriegt, indem er Autobahnen baute. Heute sind die Probleme zu groß dafür."

Die PDS nimmt es hin. Solange Schur Stimmen sammelt, ist alles recht.

Vielleicht holt er ja ein Direktmandat. Den Vorsitzenden der PDS in Sachsen, Peter Porsch, zitiert die Leipziger Volkszeitung so: "Schur kann uns mit einem gewissen Risiko in den Bundestag transportieren." Doch das eigentliche Risiko trägt Schur. Vom Sportidol zum Politclown, der Weg ist nicht weit.