Washington

Wir haben in letzter Zeit viel über die Schrecken biologischer Waffen gehört.

Es heißt, jeder Mensch mit einem Biologiediplom, einem Sprühflugzeug und einem ausgeprägten Groll könnte uns in unserem Schlaf zusammen mit vielen Millionen unserer Nachbarn töten.

Es stimmt, biologische Waffen sind potentiell so tödlich wie Atomwaffen.

Hundert Kilogramm Anthrax - weniger als die Menge, die vom Irak produziert wurde - könnten Millionen umbringen, wenn sie unter den richtigen Bedingungen verteilt würden.

Diese Gefahr rechtfertigt Besorgnis, aber keine Panik. Obwohl biologische Waffen leicht entwickelt oder beschafft werden können, genügt es nicht, sie zu besitzen. Sie müssen auch auf effektive Weise eingesetzt werden. Wenige Länder und noch weniger Terrororganisationen sind jedoch in der Lage, einen Angriff zu starten, der Massen von Opfern verursachen könnte.

Aber das heißt nicht, daß solch ein Angriff nicht eines Tages stattfinden wird. Deshalb müssen neue Mittel entwickelt werden, mit denen im Ernstfall Opfer von biologischen Angriffen behandelt werden können. Die Warnsysteme, die den Ausbruch von Krankheiten bei Menschen, Tieren und Pflanzen registrieren, müssen verbessert werden. Spürgeräte, die biologische Waffen schnell entdecken, müssen entwickelt werden. Die allerwichtigste Gegenmaßnahme könnte jedoch darin bestehen, Arbeit für die ehemaligen sowjetischen Wissenschaftler zu finden, die biologische Waffen entwickelt haben und von denen heute viele entweder arbeitslos oder schlecht bezahlt sind. Wenn auch nur einige dieser Wissenschaftler sich dazu entschließen, Terroristen oder Schurken-Staaten zu helfen, wären die Folgen verheerend.