Wir erleben derzeit das wärmste Jahrzehnt seit mindestens 600 Jahren. Zu diesem Schluß gelangen Klimaforscher aus den USA, die in einer Studie alle verfügbaren Klimadaten aus der Zeit seit 1400 zusammengefaßt haben (Nature, Bd. 392, S. 779). Michael Mann und seine Kollegen haben ihre Computer mit historischen Klimaparametern gefüttert und mit Daten über die temperaturabhängigen Änderungen von Baumringen, Korallenriffen und polarem Eis. Das Ergebnis: Die Jahre 1990, 1995 und 1997 waren auf der nördlichen Hemisphäre die wärmsten des gesamten Zeitraums. Zwar ist nicht klar, ob das auf Einflüsse des Menschen zurückgeht, doch andere Ergebnisse der Studie sprechen dafür. So scheinen vor allem drei Faktoren die Erdtemperatur beeinflußt zu haben, nämlich die Sonnenaktivität, Vulkanausbrüche und Treibhausgase. Und der letzte Faktor habe im 20. Jahrhundert die führende Rolle im Klimageschehen übernommen.