Die Schweden gehören zu den eifrigsten Zeitungslesern Europas. Mit 464 Zeitungsexemplaren pro 1000 Einwohner befinden sie sich zusammen mit den Finnen im europäischen Vergleich auf Platz zwei hinter den Norwegern (600).

Die Deutschen liegen mit 314 Exemplaren pro 1000 Einwohner im Mittelfeld.

Trotzdem können viele schwedische Regionalzeitungen nur dank staatlicher Subventionen überleben. In den fünfziger Jahren begann ein großes Zeitungssterben. Um die Meinungsvielfalt zu erhalten, entschloß sich die Regierung 1969, finanzschwache Zeitungen zu subventionieren. Unterstützt werden kleine Blätter, die höchstens fünfzig Prozent aller Haushalte ihres Verbreitungsgebietes als Leser haben. Wegen knapper öffentlicher Mittel wurden die Staatsgelder für die Presse später gekürzt.

Versuche in den achtziger Jahren, neue Tageszeitungen auf den Markt zu bringen, endeten fast alle im Mißerfolg. Nur das Wirtschaftsblatt Dagens Industri, 1982 zum ersten Mal erschienen, konnte sich behaupten. Die 1995 eingeführte Gratistageszeitung Metro war also die erste erfolgreiche Neugründung seit fast fünfzehn Jahren in Schweden.

Die meisten Zeitungen haben eine klare parteipolitische Richtung.

Überregional verbreitet sind nur die beiden Stockholmer Morgenzeitungen Dagens Nyheter (liberal, 380 000 Auflage) und Svenska Dagbladet (konservativ, 190 000 Auflage). In der schwedischen Hauptstadt erscheinen außerdem zwei Abendzeitungen mit Boulevardcharakter.