Professionelle Musiker ticken etwas anders als Menschen, die niemals musizieren. Das Gehirn der Berufsspieler scheint durch jahrelanges Training darauf spezialisiert zu sein, Töne von Musikinstrumenten zu verarbeiten, die aus einer Grundfrequenz und harmonischen Obertönen bestehen (Nature, Bd. 392, S. 811). Das folgert ein Forscherteam um Christo Pantev von der Universität Münster aus Messungen der Hirnaktivität von Musikern und Nichtmusikern. Das Musikerhirn arbeitet 25 Prozent intensiver, wenn es Klaviertöne erkennt, wobei das Hören reiner Töne als Vergleich diente. Nichtmusikern dagegen fehlt solch eine Spezialisierung. "Damit konnten wir nachweisen, daß sich das Gehirn durch Training verändert", erläutert Pantev seine Ergebnisse, die auch den Spruch bestätigen: "Früh übt sich, wer ein Meister werden will". Denn je früher die jetzt untersuchten Berufsmusiker zur Musik gefunden hatten, desto stärker ausgebildet ist der Effekt.