Am Sonntag hat der FC Carl Zeiss Jena noch einmal bewiesen, daß er ein Bluesverein ist. 3:0-Führung gegen Fortuna Düsseldorf, am Ende 3:4.

Absteiger! skandierten die Fortuna-Fans und: Wir haben Arbeit und ihr nicht!

Die letzten Jenenser Getreuen ertränkten sich in Freibier. Der Abstieg stand seit Wochen fest.

Zur selben Stunde rang mit dem VfB Leipzig ein weiterer Ex-Europapokal-Finalist um den Zweitligaverbleib. Das 0:0 gegen Wattenscheid war zuwenig. Auch Zwickau muß hinab. Damit gibt es unter 36 deutschen Proficlubs noch zwei Ostvereine: Hansa Rostock in der ersten Liga, Cottbus in der zweiten. Fußball ist ein Wirtschaftszweig. Die meisten Spieler laufen dem Gelde nach. Ostvereine sind arm. Schon der Nachwuchs wird ihnen fortgelockt.

In acht Jahren Einheitsdeutschland stand noch kein Spieler eines Ostclubs in der Nationalmannschaft.

Jena bleiben nach dem Abstieg von sechsundzwanzig Kickern fünf. Zwei der Scheidenden zogen das große Bundesliga-Los. Holetschek geht nach Rostock, Schneider zu Eintracht Frankfurt. Werdet glücklich, Hotsch und Schnix, und vergeßt uns nicht! Nach dem neunten Faß Freibier sangen die Fans abstiegsselig: Eine neue Liga ist wie ein neues Leben! Da wir nicht mehr die Besten sind, bleiben wir die Schönsten. Die Regionalliga Nordost ist künftig fast identisch mit der alten Oberliga DDR.