Was hat eine biologisch-dynamische Landwirtschaft, die auf Chemie verzichtet, mit rechtsextremer Esoterik zu tun? Etwas Gutes wird doch nicht dadurch schlecht, daß auch Verbrecher wie Himmler und Hitler es zu schätzen wußten!

Philip Hintze Freiburg/Breisgau

Wir liegen an einem sonnigen Flußufer und schauen den Enten, Undinen und Sylphen zu, die der Meinung sind, daß der Artikel Quark ist. Das Problem des Rechtsextremismus in Teilen der Esoterik-Bewegung soll keinesfalls geleugnet oder verniedlicht werden. Es hat aber weniger mit den - höchst unterschiedlichen und vielfältigen - weltanschaulichen Wurzeln zu tun, sondern mit der Tatsache, daß viele Anhänger esoterischer Richtungen in hohem Maße unpolitisch sind. Leider. Daraus entsteht die Gefahr einer mangelnden Abgrenzung gegen rechtsextremistische Machwerke wie das van Helsings. Vor allem das Verständnis von "Schicksal" oder "Karma" war schon immer dem Mißbrauch ausgesetzt. Aber hier ist eine differenzierende Auseinandersetzung gefragt, keine pauschalen Vorurteile.

Annette Schwarz-Laun W. von Specht, Murrhardt

Esoterik und nationalsozialistische Ideologie haben viel gemein: Ablehnung von Vernunft und Wissenschaftlichkeit zugunsten einer nebelhaften "Ganzheitlichkeit", die der "zersetzenden" Analyse Intuition und Gefühl entgegensetzt.

Das, was Präfaschisten vom Schlage eines Julius Langbehn in dieser Form bereits im 19. Jahrhundert verkündeten, gelangte über die Geheimgesellschaften der völkischen Okkultisten direkt in die NS-Ideologie.

Ein Beispiel ist die Münchner Thule-Gesellschaft, die 1918 gegründet wurde.