Es sage noch einer, die Amerikaner nähmen deutsche Politiker nicht ernst.

Jahrelang haben Verbands- und Regierungsvertreter der Welt zu erklären versucht, wie schlecht es um den Standort D bestellt sei - und die Botschaft ist tatsächlich angekommen. Die amerikanische Handelskammer ließ nun wissen, nicht nur als Standort für die Produktion, sondern auch für Konzernzentralen werde die Republik immer unattraktiver, die Tatenlosigkeit der Bonner Politik trage besonders zum geschlossenen Image bei. Welch ein Erfolg für die deutsche Öffentlichkeitsarbeit!

Verwirrend nur, daß jetzt Wirtschaftsminister Günter Rexrodt zur Umkehr bläst. Die deutschen Diplomaten, findet der Liberale, sollen weltweit um neue Investoren werben, und er stellt ihnen einen prominenten Helfer zur Seite.

Hilmar Kopper, einst Chef der Deutschen Bank, will nun, wie er sagt, als Mittler im Ausland "Unsicherheiten" über Deutschland abbauen helfen. Das mag wohl nötig sein, doch viel Zeit bleibt Kopper nicht. Nach dem 27. September wird kaum noch Gutes über den Standort Deutschland zu hören sein, schon gar nicht aus der FDP.