die zeit: Herr Stollmann, SPD-Kanzlerkandidat Gerhard Schröder hat Sie als Wirtschaftsfachmann in sein Team geholt. Werden Sie in jeder denkbaren Koalition Wirtschaftsminister?

Jost Stollmann: Bei einer rotgrünen Regierung werde ich Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung. In einer Großen Koalition würden die Ministerien womöglich nicht fusioniert

für den Fall ist mir das Ressort zugesagt, in dem Erneuerung am besten angeschoben werden kann.

zeit: Haben Sie Bammel vor dem Rollenwechsel vom Software-Unternehmer zum Minister? Ihr Produkt wäre völlig anders.

Stollmann: Nein, ängstlich bin ich nicht. Was sind denn die Produkte?

Erstens: Stimmung, Mut im Land. Wenn wir den Aufbruch in die Wissensgesellschaft schaffen wollen, müssen alle mitmachen. Zweitens: gute Gesetze. Dazu gehören Leute, die lösungsorientiert arbeiten, eine gute, lernende Organisation. Wer wie ich nicht aus der Politik kommt, kann Hergebrachtes in Frage stellen. Denn so, wie wir heute wirtschaften, ausbilden und regieren, geht es künftig nicht mehr.

zeit: Sie sind kein Politiker, wollen keiner werden. Was wollen Sie in der Regierung?