Während in Deutschland das Geschäft mit der Droge Nikotin stagniert und das drohende EUweite Werbeverbot die Zukunftsaussichten verdüstert, blüht für den einzigen deutschen Tabakmulti das Geschäft im Ausland. Die Reemtsma Cigarettenfabriken, mit Sitz in Hamburg, rühmen sich als das "derzeit am schnellsten wachsende Cigarettenunternehmen der Welt". Der Konzernumsatz stieg im vergangenen Jahr um stolze 17 Prozent auf 4,1 Milliarden Mark.

Dabei kam der Zuwachs "ausschließlich aus dem Auslandsgeschäft", wie der scheidende Vorstandssprecher Ludger Staby berichtet. Die lukrativen Märkte liegen vor allem im Osten: Polen, Tschechen, Ukrainer, Kasachen, Chinesen oder Japaner schmauchen offenbar die Konzernmarken wie West oder Davidoff besonders gerne. Stabys Nachfolger Thierry Paternot, der vom französischen Kosmetikriesen L'Oréal zu den Hamburgern stößt, kann dort seine internationale Erfahrung bestens einbringen - zumindest, bis auch in Osteuropa und Asien die Antinikotinbewegung bei den Verbrauchern nachhaltige Wirkung zeigt.