Nach einem Vierteljahrhundert Dienstzeit ist es soweit: Fiat-Präsident Cesare Romiti schied mit umgerechnet 105 Millionen Mark Abfindung zwei Tage vor seinem 75. Geburtstag aus. Er macht Paolo Fresco Platz, bisher zweiter Mann beim US-Konzern General Electric. Fresco ist der dritte Fiat-Chef, der in der 99jährigen Geschichte des Turiner Konzerns nicht der Gründerfamilie Agnelli entstammt. Als Familiensproß bestätigte die Aktionärsversammlung aber vorsorglich den 22jährigen Studenten John Philip Elkann als Mitglied des Verwaltungsrates. Trotz seines amerikanischen Namens ist Elkann ein echter Agnelli und Enkel des immer noch allmächtigen "Avvocato" Giovanni Agnelli, der offiziell nur noch Alterspräsident ist. Bis John Philip in zehn Jahren das Steuer in die Hand nehmen wird, soll Paolo Fresco, der "Amerikaner aus Mailand", die Gruppe stärker internationalisieren. Zwar verkauft Fiat schon von je zehn Fahrzeugen neun Traktoren, sieben Lastwagen und sechs Autos außerhalb Italiens, aber die Konkurrenz hat vorgelegt. Und als Aufkaufkandidat möchten sich die stolzen Turiner schon gar nicht sehen.