Das schnelle Urteil zeugt von Pragmatismus - und beleuchtet zugleich das ganze Dilemma der wissenschaftlichen Verantwortung. Denn wer will, einerseits, dem renommierten Institutsdirektor einen Strick daraus drehen, daß sein Name Artikel ziert, die ohne sein Wissen gefälschte Daten enthalten? Und wer würde, andererseits, bestreiten, daß alle Autoren einer Veröffentlichung auch die Verantwortung dafür tragen sollten?

Die im vergangenen November verabschiedete Verfahrensordnung der MPG zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten stellt eindeutig zweideutig fest, daß sich aus einer Mit autorschaft zwar auch eine Mit verantwortung ergebe, letztlich aber "die Umstände des Einzelfalles" entscheidend seien. Rigoroser formuliert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ihre "Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis". Sie schließt eine Ehrenautorschaft explizit aus.