Der Habilitation geht es an den Zopf. Gemeinsam mit dem Bundesbildungsministerium stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in dieser Woche ein Programm vor, das künftig junge Wissenschaftler ohne Habilitation für eine Professur qualifizieren soll. Fünf Jahre soll die Förderung dauern. Die ersten beiden dienen freier Forschung, möglichst im Ausland. Für die folgenden drei Jahre kann sich der Nachwuchsforscher als Leiter einer Arbeitsgruppe bewerben. Dafür ist die Stellenzusage eines Hochschulinstituts notwendig, denn der Kandidat soll sich in Institutsgeschäfte einarbeiten, insbesondere in die Lehre.

Das nach der Mathematikerin Emmy Noether benannte Programm soll zeigen, daß exzellente Jungwissenschaftler auch ohne Habilitation heranwachsen. Noch zaudern viele Professoren; insbesondere Geisteswissenschaftler und Juristen hängen an der These, eine Habilitationsschrift stärke den Charakter. Wenn das DFG-Projekt etwas ändern soll, dann müssen die Fakultäten mitziehen und die neu Qualifizierten auch berufen. Immerhin könnte das Geld für die Nachwuchsförderung die notorisch klammen Universitäten locken, dem neuen Weg eine Chance zu geben.