Lars, 22, und Hendrik, 23 (beide Namen geändert), sind mit einer Gruppe von zwanzig Hooligans aus Dresden am vergangenen Wochenende per Mietwagen über die Schweiz nach Frankreich eingereist. Lars ist Zivildienstleistender, Hendrik Bundeswehrsoldat. Wenige Stunden vor dem Spiel Deutschland gegen Mexiko stehen sie mit ihrer Gruppe an der zentralen Place de la Comédie in Montpellier und machen sich über die Anhänger der Deutschen lustig, von denen viele T-Shirts des DFB mit der Aufschrift "Deutsche Fans gegen Gewalt" tragen.

DIE ZEIT: Die Sportzeitung L'Équipe hat Sie als "Untiere" bezeichnet. Tiere hätten wenigstens einen Grund für ihre Aggression.

ZEIT: Was Sie zusammenführt, ist eher die Schlägerei als der Fußball.

Hendrik: Was den harten Kern zusammenhält, ist schon die Schlägerei. Deswegen sind wir auch hier. Also nicht bloß Randale, sondern wirkliche Prügeleien. Bei uns in Dresden ist gerade eine Wandlung. Wir sind lange mit Riesenhaufen von 300 Mann rumgelaufen ab 14 Jahren, wo die meisten aber bloß gucken wollten oder mal von hinten einen Stein werfen. Wir hatten damals noch keine Erfahrung mit der ersten Bundesliga. Wir sind damals beim ersten Kontakt sofort weggelaufen. Viele der Jüngeren haben es nicht verkraftet, daß, wenn wir mit 100 Leuten gekommen sind, die anderen mit 30 Leuten stehengeblieben sind und es trotzdem was aufs Maul gab. Jetzt geht es dazu über, daß wir weniger sind, aber gut. Sprich: Wenn's nach einer Niederlage aussieht, machen wir uns trotzdem gerade.

ZEIT: Wie verabreden Sie sich?

Lars: Durch die starke Polizeipräsenz und die Stadionverbote geht das meistens bloß noch einen Tag nach den Spielen oder über Handy, und so verabreden wir uns zu einem kleinen Match. Dynamo spielt zwar nur in der Regionalliga Nordost, aber da gibt es auch gute Gegner, da verlieren wir auch mal. Ich würde natürlich schon gern mal wieder gegen welche aus der Bundesliga boxen, Hamburg oder so.

ZEIT: Wer sagt stopp?