die zeit: Professor Layard, das von Ihnen entwickelte Arbeitsmarktprogramm ist seit Januar in Kraft. Haben Sie schon Jobs geschaffen?

Richard Layard: Es läuft alles nach Plan. Wie erhofft haben viele Teilnehmer reguläre Jobs bekommen. Andere haben vom Staat unterstützte Stellen besetzt oder eine Vollzeitausbildung begonnen. In Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen haben wir bisher nur wenige untergebracht. Aber das ist ja nur der Anfang.

zeit: New Labour will den Erfolg jeder Maßnahme genau prüfen. Was sind Ihre Erfolgskriterien?

Layard: Unser Maßstab ist, daß die Leute binnen drei Monaten eine Aktivität gefunden haben und dann sechs Monate lang nicht mehr arbeitslos werden. Ob es geklappt hat, wissen wir Ende Oktober. Noch interessanter wird aber sein, was danach passiert: ob die Leute in Arbeit bleiben oder eine neue finden.

zeit: Sie wollen die Menschen dazu zwingen, eine Beschäftigung anzunehmen. Wo sollen die Jobs denn herkommen, etwa in den herabgewirtschafteten Regionen Nordenglands?

Layard: Nicht weit davon sind die Arbeitskräfte äußerst knapp. Es kann eben nicht jeder zu Fuß zur Arbeit gehen. Nehmen Sie das Beispiel London: Da haben wir eine enorme Jobknappheit in der Einkaufsmeile Oxford Street, aber zehn Meilen weiter in den Stadtteilen Hackney und Brixton sind einige der höchsten Arbeitslosenquoten des Landes registriert.

zeit: Sollen die Leute umziehen oder pendeln?