Heiter wird das neue Heft der Zeitschrift Exil eröffnet: Es geht um den "spitzbübischen Spötter" und die "treuherzige Nachtigall". So nannten die erst spät wirklich befreundeten Schriftsteller Hermann Hesse und Thomas Mann einander. Weil einer der besten Kenner von beider Leben und Werk, Volker Michels, das Doppelportrait malt, ist für Erkenntnis und Lesevergnügen gesorgt. Gleiches gilt für die Studien von Laureen Nussbaum über Grete Weil oder Klaus Oettinger über den jiddischen Dichter Jizchak Katzenelson. Dann aber kommt es dick und traurig und Wut machend. Marita Krauss untersucht, wie deutsche Emigranten nach 1945 von ihren Landsleuten empfangen - nein: wieder vertrieben oder vergrault worden sind. Ein Kapitel deutscher Schande: "Bürokratie und Remigration nach 1945". Wer noch die Pfingstreden der CSU-Scharfmacher Stoiber & Waigel im Ohr hat, die Tschechien, nach deutschem Überfall, diktieren wollen, was zu tun sei, um in die Europäische Union zu kommen, den wundert es nicht, daß schon vor fünfzig Jahren vor allem Politiker und Bürokraten der Alpen-Provinz alles taten, um tapfere Emigranten draußen zu lassen (Heft 2/97, 112 Seiten, 22 Mark Postfach 17 02 34, 60076 Frankfurt am Main).