Die Ankündigung dürfte für den Mannesmann-Konzern ein ziemlicher Schock gewesen sein: Nicht die eigene Mobilfunktocher, sondern ausgerechnet die des ehemaligen Monopolisten Telekom, T-Mobil, sorgt jetzt für einen drastischen Rutsch bei den Mobilfunkgebühren. Weil die Preise derweil auch auch ins Visier der Brüsseler Marktkontrolleure und der deutschen Regulierungsbehörde geraten sind, dürfen die Verbraucher demnächst wohl noch auf weitere frohe Botschaften hoffen.

Bisher hat man sich in der Branche aggressive Preisattacken stets erspart.

Schließlich wuchs die Zahl der Handybesitzer auch trotz der horrenden Gebühren: Rund zehn Millionen Teilnehmer zählen die drei Mobilfunkbetreiber neben Mannesmann (D2) und Telekom (D1) agiert auch noch E-Plus auf dem Markt.

Doch diese Woche beendete Kai-Uwe Ricke, der neue Chef bei T-Mobil, die komfortable Schonzeit. Die Telekom-Tochter ist seit geraumer Zeit im Vergleich zu Mannesmann ins Hintertreffen geraten. Nun will Ricke vor allem private Kunden anlocken, denn das Geschäft mit den Diensthandys ist so gut wie ausgereizt.

Weil Privatkunden vorzugsweise mit immer denselben Freunden und Verwandten in einem Ort plaudern, setzt Ricke genau hier mit seinem neuen Angebot an. Es macht für Handybesitzer alle Gespräche in eine bestimmte, zuvor festgelegte Stadt preiswerter. In diesem Fall reduzieren sich die Gebühren um fast zwei Drittel auf 68 Pfennig pro Minute - ganz gleichgültig, von welchem Fleck aus in Deutschland der Handybesitzer telephoniert. Das Angebot gilt vom 31.

August an.

Mannesmann konterte prompt. Man wolle, so die spontane, allerdings noch wenig konkrete Botschaft, schon bald mit einem eigenen Angebot reagieren.