Selten wurde eine öffentliche Entschuldigung so kalt aufgenommen. Stan Collymore, Starfußballer beim englischen Erstligisten Aston Villa, warf sich mit einem offenen Brief an die Sun in den Staub. Am Vorabend hatte Collymore seine Freundin Ulrika Jonsson zusammengeschlagen. Ein einmaliger Wutausbruch, den er bitter bereue, hieß es im Brief an die Nation. Niemand war ernsthaft versucht, ihm zu glauben. Am wenigsten Ulrika Jonsson.

Es sollte ein lustiger Abend werden, als die beliebte Leiterin einer TV-Show den Pub in Paris betrat, in dem schottische Fußballfans die WM-Qualifikation ihres Teams feierten. Jonssons Game-Shows "Gladiators" (eine Art "Spiel ohne Grenzen") und "Shooting Stars" sind in England Kult. Ihre Moderation des Eurovision-Schlagerwettbewerbs war für viele Briten der einzige Grund, überhaupt einzuschalten.

Dementsprechend begeistert war der Empfang der blonden Schwedin. Fans und anwesende Stars wie Tom Jones und Rod Stewart skandierten ihren liebsten Schlachtruf: "Ulrikaka-ka-ka!", während diese sich hinter die Theke stellte, um eine Runde Guinness zu zapfen. Stan Collymore, der kurz nach Jonsson in den Pub kam, fühlte sich von dem Rummel um seine Freundin allerdings provoziert. Er befahl ihr, nach Hause zu fahren. Als sie sich weigerte, zog er sie an den Haaren über die Theke, schlug ihr ins Gesicht und trat noch auf sie ein, als sie schon am Boden lag. Ein Fan brachte ihn schließlich per Kopfnuß zur Räson.

Collymores Abbitte am nächsten Tag umschrieb sein Ausrasten als Tat blinder Eifersucht. Der rasende Liebhaber, kaum entschuldbar, aber vielleicht irgendwie verständlich? Verrechnet. Paparazzi lauerten einer hinkenden Ulrika Jonsson auf, die ihr verschwollenes Gesicht nicht zeigen wollte, während ihre Presseagentin bekanntgab, die neunmonatige Beziehung mit Collymore sei beendet.

Englische Hooligans machen wieder Schlagzeilen. In Bordeaux und Lens haben sie randaliert wie in alten Zeiten, Bars auseinandergenommen und Fans der Gegenseite verprügelt. Daß einige ihrer Spielfeldhelden selbst dazu die besten Vorlagen liefern, ist weniger bekannt. Um sicherzustellen, daß sie zumindest im Privatleben nie die Unterlegenen sind, prügeln diese Fußballstars vor allem die eigene Frau.

Kaum zwei Monate vor dem Auftritt in Paris war Collymore von der Klage freigesprochen worden, Michelle Green, die Mutter seines zweijährigen Sohnes, mißhandelt zu haben. Zu dieser Zeit glaubte Ulrika Jonsson noch an den Tammy-Wynette-Klassiker "Stand by your man" und feierte mit ihrem Freund den damals schon zweifelhaften Richterspruch.

Paul Gascoigne kultivierte jahrelang sein bad boy-Image mit legendären Sauftouren. Kürzlich ohrfeigte er vom Kabrio aus ein junges Mädchen, das ihn um ein Autogramm bat. Mehr als einmal hatte er vorher bereits seine eigene Frau Sheryl zusammengeschlagen und ihr dabei die Finger gebrochen. Der junge Manchester-United-Star Ryan Giggs zerschmetterte seiner Freundin vor nicht allzu langer Zeit die Nase. Ex-Arsenal-Spieler Lee Chapman verbrachte neulich eine Nacht in Haft, nachdem er seine eigene Haustür eingetreten hatte, um auf seine Frau, die Schauspielerin Lesley Ash, loszugehen. In Fußballkreisen nahm man die Sache mit einem Augenzwinkern zur Kenntnis, da Ash auch in der Comedy-Serie "Men behaving badly" ("Männer, die sich danebenbenehmen") auftritt.