Wo sie sich auch aufhalten, alsbald verbreitet sich das Chaos.

Glücklicherweise können die vier Conroy-Schwestern nicht überall sein. Nummer eins: Ruth, fünfzehn. Ein Muster an Gedankenlosigkeit, wenn sie nicht gerade schmökert oder dabei ist, stinkende Knochen zu "präparieren" oder Tiere zu "retten", in welchem Fall sie keine Hemmungen hat, für überfahrene Igel Notrufe auf dem Anrufbeantworter diverser Tierärzte zu hinterlassen.

Nummer zwei: Naomi, dreizehneinhalb. Kann, falls kein Buch in der Nähe ist, ausnahmsweise sogar in Arbeitswut verfallen. Überfordert allerdings von der Ferienaufgabe des Literaturlehrers: eine Liste aller bisher gelesenen Titel aufzustellen

schließlich liest sie seit ihrem sechsten Lebensjahr pro Woche mindestens zehn Bücher.

Nummer vier: Phoebe, acht. Ebenfalls ausgepichte Leseratte (Spezialität: John LeCarré). Außerdem genieverdächtig, kaltblütig und leidenschaftliche Horcherin. Derzeit damit beschäftigt, sich im Selbststudium zur Spionin auszubilden. Hat schon mal ein Netz toter Briefkästen im Haus angelegt mit entlarvenden Dossiers über jedes Familienmitglied.

Total aus der Art geschlagen: Rachel, zehn, die Nummer drei. Von begnadeter Taktlosigkeit. Praktisch pausenlos am Mampfen oder vom Gedanken daran erfüllt. Rund um die Uhr unappetitlich. Urteil ihrer Schwestern: "Wenn jeder, dem ihr Äußeres mißfiel, sie über eine Gartenmauer schleudern würde, wäre sie fast ständig in der Luft." Rechnet dennoch fest mit ihrer Krönung zur Maikönigin (Auszeichnung des hübschesten, beliebtesten und geschicktesten Mädchens der Schule).

Mit Furor und Drastik führt Hilary McKay, selbst älteste von vier Schwestern, das Kleeblatt durch haarsträubende, aberwitzige und anrührende Szenen und Gemütszustände. Rachel nämlich verliebt sich in einen Busfahrer, in Mr.