"Noon Chill" ist Musik über Musik über Musik. Eine Kunst, die Erotik und Verführung zitiert und gleichzeitig auf die Unmöglichkeit der Auflösung in der Leidenschaft verweist. Der Hörer blickt in ein Zimmer, das ihm vertraut ist und das ihn trotzdem befremdet. Als ob ein Möbelstück oder ein Bild, das jahrzehntelang am selben Platz war, verrückt worden wäre. Magritte-Pop.

So sehen am Ende des Jahrhunderts die ästhetischen Synthesen aus: Klangsplitter, von überempfindlichen Gemütern in die richtige Balance gebracht. Festlegungen, aus dem Moment geboren, die im nächsten Augenblick schon wieder obsolet werden können. "Manchmal", sagt Arto Lindsay, "ist es interessant, Musik in die falsche Schachtel zu packen, manchmal tut man sie besser in die richtige Box."