Sarajevo Das Problem mit dem jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic ist, daß er seine Versprechen nicht hält. Die Kontaktgruppe und Richard Holbrooke wissen es Boris Jelzin wird es bald erfahren. In Moskau versprach Milosevic, seine Polizei aus der umkämpften Provinz Kosovo zurückzuziehen. Aber dieses Problem könnte sich als ein kleineres erweisen, als es aussieht.

Angesichts der verzweifelten Wirtschaftslage in Serbien sollte ein Stellenangebot, das einen Job verspricht, der einen Mann "gewandt, tapfer und entschlossen" macht, wie eine schöne Einladung aussehen. Der Haken? Der Job ist im Polizeidienst.

Bis vor kurzem war es ziemlich attraktiv, ein serbischer Polizist zu sein.

Und in den Kosovo geschickt zu werden war zwar lukrativ, aber auch ziemlich langweilig: kostenlose Unterbringung, hohe Tagesspesen und eine gute Trennungspauschale. Sicher warfen Albaner schon mal Steine auf die Serben, oder ein Teenager spuckte vor ihnen aus, aber die Polizisten aus Serbien hatten "das Sagen".

Seit 1996, als die Befreiungsarmee des Kosovo (UCK) damit begann, "Handlanger des Unterdrückungssystems" anzugreifen, ist der Job nicht mehr so langweilig.

Achtzehn Polizisten wurden bereits getötet andere leben in ständiger Angst, zu den nächsten Opfern zu gehören. Vor einem Monat hatte ich meine eigene Begegnung mit einem serbischen Polizisten in Pristina. Ich übersah eine Verkehrsregel und der Polizist ging in die Luft er drohte mir drei Monate Arrest an. Ich verwies auf unsere gemeinsamen slawischen Wurzeln (ein erprobter Trick), und auf einmal wurden seine Vorgesetzten, die ihn in den Kosovo geschickt hatten, Ziel seines Zorns (oder wie sonst sollte ich seinen letzten Wutausbruch verstehen: "Was zur Hölle habe ich hier unten überhaupt verloren?").

Viele Polizisten scheinen sich dasselbe zu fragen. Seit Slobodan Milosevic seine Polizeikräfte zu einer Befriedungsaktion in die Region Drenica schickte, weigern sich immer mehr Polizisten, "dorthin" zu gehen, und verlassen die Polizei.