Der Name Solidus klingt nach einem Toilettenreiniger. Dabei handelt es sich bei dem Solidus um nichts Geringeres als um den Vorläufer des Euro. Vor rund zweitausend Jahren galt er als Inbegriff von Macht und Wachstum in Europa. Er führte die Region von der Barbarei zur Zivilisation. Er war die Stütze des Römischen Reiches. Aber er war längst nicht so solide, wie sein Name erwarten läßt. Und zwar aus den gleichen Gründen, aus denen auch der Euro untergehen wird.

Die Vorteile einer Einheitswährung hatten die Römer sich vom großen Alexander abgeschaut. Der hatte im Orient schon Drachmen eingeführt, als die Römer noch mit Rindern bezahlten. Der Nachteil dieses Geldes war jedoch, daß es außerordentlich unhandlich, schwer zu teilen und zudem nur begrenzt haltbar war. Münzen sind da praktischer. Doch die Römer besaßen zuwenig Gold und Silber, um ihr Zahlungssystem umzustellen. Deshalb mußten sie erst Karthago erobern, um an das nötige Edelmetall zu gelangen.

Zunächst wurden die Rinder durch den nummus aureus ersetzt, aus dem Kaiser Konstantin dann den solidus aureus machte, den Gold-Solidus. Und zur Bezahlung kleiner Beträge wurden das Bronze-As sowie der Silber-Denar eingeführt. Die Währung war derart erfolgreich, daß sie bald alleiniges Zahlungsmittel rund um das Mittelmeer wurde.

Dennoch nahm ihr Wert immer mehr ab. Anfangs wog die Goldmünze noch 11 Gramm, zur Zeit Valentinians brachte sie nur noch 3,89 Gramm auf die Waage. Das war das Ende. Nicht nur für die Währung - für das gesamte Römische Reich.

Und schuld daran war natürlich, wie immer, Theo Waigel. Der Theo Waigel im römischen Senat nämlich, der die römischen Staatsausgaben nicht in den Griff bekam. Um Kriege und öffentliche Prunkbauten zu finanzieren, verringerte er mehr und mehr den Goldanteil im Solidus. Wie fast jede große Währung wurde der Solidus so ein Opfer falscher Finanzpolitik. Das wird beim Euro nicht anders sein.