Der Kalte Krieg hat den CIA-Spion wegrationalisiert. Der permanente Showdown mit der Sowjetunion zwang die Central Intelligence Agency (CIA) schon in den fünfziger Jahren zum Einsatz von High-Tech. Abhöranlagen und Satelliten ersetzten zunehmend die beinharten Männer mit hochgeschlagenen Mantelkragen und die verführerischen Frauen mit der langen Zigarette im Mundwinkel. Kurz: Das Ende der Arbeit - in der Privatwirtschaft erst jetzt als Phänomen erkannt - gehört für den amerikanischen Geheimdienstler seit vierzig Jahren zum harten Alltag.

Das Beispiel stimmt pessimistisch. Waren die Spähspezialisten die Vorgänger der Globalisierungsopfer von heute? Werden Roboter bald alle Arbeiter ersetzen, Computer immer mehr Büroangestellte wegrationalisieren, und wird die Biotechnologie den Bauernstand bedrohen? Weit gefehlt. Neue Entwicklungen aus der geheimsten der Geheimorganisationen zeigen: Das Gerede vom Ende der Arbeit könnte schon bald ein Ende haben.

Denn die Automatisierung des Metiers hatte verhehrende Folgen. Dank der Satelliten kann der CIA zwar die Prawda auf dem Roten Platz lesen. Manuelle Geheimdienstarbeit wie Wanzenlegen, Mordanschläge oder Staatsstreiche fallen aus Personalmangel aber immer öfter weg. Vom Qualitätsverlust der Spionage-Arbeit endlich alarmiert, mußten die Geheimdienstchefs reagieren.

Derzeit stellt der Dienst mehr Spione ein als je zuvor in seiner Geschichte.