Bis zum heutigen Tage verweigern die deutschen Banken Holocaust-Opfern oder deren Nachkommen die Rückerstattung der einst dort vorhandenen Bankguthaben, Wertpapiere oder sonstigen Depositen. Obwohl der Unterzeichnete den leitenden Herren der Dresdner Bank Ende vorigen Jahres vorgeschlagen hatte, einen Fonds zu gründen, herrscht diesbezüglich vornehmes Stillschweigen. Die Dresdner Bank verschwieg mir über fünfzig Jahre lang, daß mein Vater dort ein Konto unterhielt, das beschlagnahmt wurde. Die deutschen Banken sollten sich ein Beispiel an den Schweizer Banken nehmen, die eine außergerichtliche Einigung anstreben. Solange die Banken die Geschädigten nicht befriedigen, bleiben sie in ihrer Geschichte und in ihrer moralischen Haltung unglaubwürdig.

Adolf Diamant Frankfurt/Main