Unabweisbar scheint der Drang, sich in Bildern auszudrücken. Wenn sie stimmig sind - warum nicht. Wenn sie noch dazu frische Farben haben - nur zu! Selbst schiefe Bilder - "Da hat der Finger Gottes dir ein Bein gestellt" - schaffen noch Vergnügen, nämlich ein Auflachen bei sprachbewußten Lesern. Auf Seite 22 der vorigen ZEIT lesen wir von "Ministerien mit Wasserköpfen an der Spitze ..."

Wo sonst? Es sei denn, auf dem Hals. Ein Bühnenbild (39) wirkt wie "ein geräumter Soldatenspind: kalt, leer, verbraucht" (leer: nun ja, wenn er doch geräumt ist - aber wie verbraucht man Spinde?). Dominosteine fallen auf ebenen Flächen "der Dominoeffekt einer Abwertungsspirale" (21) bringt plötzlich Murmeln ins Spiel. "Der Abwertungswettlauf bekäme neue Nahrung" - nein, nicht der Lauf: der Läufer, und auch er nur auf der Marathon-Distanz.

Ach ja! Wer nicht malen kann, sollte nicht an Bildern meißeln.

Damoklesschwerter liegen überall herum und werden leicht zu Stolpersteinen.