die zeit: Herr Maucher, teilen Sie unseren Eindruck, daß immer mehr Konzernchefs größenwahnsinnig geworden sind?

Helmut Maucher: Überhaupt nicht. Wie kommen Sie denn darauf?

zeit: Die Großfusionen jagen sich, die Bosse entwickeln offenbar einen Hang zur Gigantomanie.

Maucher: Was Sie als gigantisch bezeichnen, ist wahrscheinlich in zehn Jahren schon zu klein. Zum Glück haben die Manager auch in Deutschland endlich eingesehen, daß man nicht mehr zwischen Hannover und Hamburg einschließlich der Lüneburger Heide wirtschaften kann - es sei denn, man wollte Schafe züchten. Ich halte sogar europäisches Denken mittlerweile für lokales Denken.

Ob wir es wollen oder nicht, die Dimensionen haben sich verschoben. Heute ist die Welt der Markt.

zeit: Also ist es sogar dringend geboten, daß sich Konzerne wie Daimler und Chrysler zusammenschließen?

Maucher: Wenn wir hier überleben wollen, wenn wir auch in Europa global players haben wollen, dann kann man nur jedem raten, derart mutige Schritte zu tun. Die Schrempps und all die anderen tun genau das Richtige.