Als ehemaliger Beschäftigter der Beratungsfirma McKinsey schwelgt Werner G.

Seiffert, mittlerweile Vorstandschef der Deutschen Börse AG, gerne in Umbauvisionen. Jetzt ist er diesem Ziel einen gewaltigen Schritt näher gekommen. Am Dienstag kündigten die Frankfurter und die Londoner Börse (LSE) eine enge Zusammenarbeit an. Sie soll "der erste Schritt auf dem Weg zu einem gemeinsamen europäischen Aktienmarkt" sein, wie LSE-Chef John Kemp-Welch verkündete. Die bisherigen Widersacher ließen sich bei der neuen Allianz offenbar von dem Motto leiten: "Wen du nicht schlagen kannst, mit dem verbünde dich." Die Londoner Börse ist zwar erheblich größer als die Frankfurter. Diese genießt aber den Vorteil, in der Euro-Zone zu sitzen. Ziel des Bündnisses sei es, Unternehmen, Anlegern und Banken einen kostengünstigen und effektiven Zugang zum Aktienmarkt zu bieten. Auf der gemeinsamen Plattform sollen zunächst die größten deutschen und englischen Aktien gehandelt werden. Damit legt die neue Allianz, so schwärmt Bündnispartner Seiffert, den Grundstein für eine einheitliche Aktienbörse in Europa, die letztendlich auf einem elektronischen Handelssystem basiere.