Es ist nicht alles schlecht gewesen in der DDR. Am schönsten war die unverbrüchliche Verbundenheit zwischen unserer Partei- und Staatsführung und den werktätigen Massen. War? Mit unserem hochverehrten Genossen Helmut Kohl fühlen sich sogar die nichtwerktätigen Massen verbunden.

Das kann jeder, der nicht rechtzeitig seinen Briefkasten zuschweißt, dem unabhängigen CDU-Postwurfheft NBI entnehmen. Früher stand dieses Kürzel für die Neue Berliner Illustrierte, das auflagenstärkste Bilderblatt der DDR. Der Wiedergänger Neue Bundesländer Illustrierte präsentiert im alten Layout den wohlvertrauten Inhalt: unsere gedeihende Menschengemeinschaft, strahlende Bürger aller sozialen Schichten reden ganz offen darüber, warum bei der Bundestagswahl am 27. September nur eine Einheitspartei in Frage kommt.

Was man als ostdeutscher Leser empfindet? Dankbarkeit! Selten so gelacht!

Danke, Helmut Kohl! Danke, Hans-Hermann Tiedje! Danke, liebes Konrad-Adenauer-Haus, daß es die NBI nun wieder gibt! Zwar haben etliche der portraitierten Ossis inzwischen protestiert: Es sei ihnen verschwiegen worden, daß man aus ihren Äußerungen CDU-Reklame brutzeln würde. Dies sind die Ewiggestrigen, denen das Rad der Geschichte eine entschiedene Abfuhr hinter den Spiegel stecken wird. Geht doch nach Polen!