"Wir sprechen mit allen relevanten Lkw-Herstellern", räumt VW-Nutzfahrzeug-Chef Bernd Wiedemann ein, "nicht jedoch mit Daimler."

Angepeilt wird eine enge Kooperation, womöglich auch eine Übernahme, aber die wäre wesentlich teurer als die jüngste Einkaufstour in der Luxussparte Personenwagen, die alles in allem knapp zwei Milliarden Mark kostete. Für den schwedischen Lkw-Spezialisten Scania, mit dem und mit dessen Großaktionär Investor VW im Herbst vergangenen Jahres wochenlang verhandelte, müßte Piëch etwa zehn Milliarden Mark lockermachen - diese Summe ließ sogar ihn erst einmal zurückschrecken.

Neben Daimler-Benz und Scania zählt nur noch Volvo zur Weltliga im Brummigeschäft. Und als sich Piëch kürzlich in Göteborg mit Volvo-Chef Leif Johansson traf, schossen prompt Fusionsgerüchte ins Kraut. Angeheizt hatte sie Johansson vorher bereits durch eine Art Einladung: "VW kann Volvo über die Börse aufkaufen. Da gibt es kein Hindernis." Billig wäre dieser Weg auch nicht: Volvo rangiert immerhin auf Platz 62 der umsatzstärksten Industrieunternehmen der Welt - VW liegt noch auf Rang 13 - und ist doppelt so profitabel wie die Wolfsburger. Hinzu käme als Nachteil: Anders als Scania ist Volvo etwa zur Hälfte des Umsatzes im Pkw-Geschäft engagiert, das Piëch trotz aller Expansionsgelüste wegen Überschneidungen mit der eigenen Modellpalette nicht gut gebrauchen kann.

Deshalb spricht wenig für eine Fusion, aber viel für eine enge Kooperation mit den Schweden. Egal ob Volvo, Scania oder vielleicht doch ein anderer Partner zum Zuge kommt, fest eingeplant ist die Brummimarke auf jeden Fall - und im Modell der gigantischen Autostadt, die neben dem Stammwerk in Wolfsburg entsteht, auch zu besichtigen: Ein Pavillon für schwere Lkw steht da schon.