Welch ungewöhnliche Gruppe bestieg da vergangene Woche in Tel Aviv eine Sondermaschine nach Rhodos. Rund zweihundert Israelis und Palästinenser, zumeist Politiker und Journalisten, reisten für vier Tage auf die griechische Insel, um sich dort in sicherer Distanz zum Konfliktherd auszutauschen und auszusprechen. Fast fünf Jahre nach dem Osloer Friedensabkommen sind derlei persönliche Begegnungen immer noch die Ausnahme, leider.

Bloß naive Geister mögen glauben, daß ein solcher Dialog allein an der verfahrenen Lage in Nahost etwas verändern könnte. Realismus darf aber kein Grund für Zynismus sein. Denn wer die Gespräche von Rhodos miterlebte, konnte sich dem Zauber dieser behutsamen Annäherung nicht entziehen. Zumal die Veranstalter vom Tel Aviver "International Center for Peace in the Middle East" ganz gezielt Vertreter des politischen Zentrums und des religiösen Lagers zum Gespräch mit den Palästinensern eingeladen hatten.

Hier gehe es nicht um die Lösung des israelisch-arabischen Konflikts, sondern darum, ein Klima des Vertrauens zu schaffen, betonte der ebenfalls angereiste EU-Sonderbeauftragte Miguel Moratinos. Vertrauen ist konkret, und so forderten in ihrer Schlußerklärung israelische und palästinensische Journalisten ein gemeinsames Pressehaus. Das ist nicht viel, aber Frieden ist nun einmal Millimeterarbeit gerade in Nahost.