Ihre Verwandten jagen auf der Leinwand Städte in die Luft oder retten Menschenleben, im wirklichen Leben trauen sich die Terminators und Er-zwo-de-zwos nicht einmal aus dem Haus - sie sind schüchterne Stubenhocker. Die ersten Exemplare der humanoid robots im Labor für Künstliche Intelligenz am Massachusetts Institute of Technology (MIT) wirken neben den elektronischen Helden im Kino wie aus dem vorigen Jahrhundert.

Der alte Traum vom Maschinenmenschen ist mehr als eine technische Herausforderung. Denn das Lebensziel dieser Roboter ist nicht, in der Fabrik am Fließband Autos zu mon- tieren. Sie sollen genauso intelligent werden wie wir. Aber was ist menschlich an mensch- licher Intelligenz? Müssen Roboter dafür träumen, lachen oder sterben lernen? Brauchen sie Sex?

In Cogs Hardware werden die Ergebnisse verschiedener Forschungsfelder der Künstlichen Intelligenz kombiniert. Sein Hirn ist so groß und schwer, daß es, ausgelagert, in mehreren Schränken im Labor untergebracht ist. Mit 239 Prozessoren werden die visuellen und motorischen Daten koordiniert. Im interaktiven Spiel muß Cog seine Intelligenz schärfen, will er nicht gleich als Kaspar Hauser verküm-mern. Seine Gehirnzellen speichern den eigenen Standort im Raum. Durch vier fingergroße Kameralinsen blickt er in die Welt, und seine Hände können greifen, was das Auge fokussiert. Noch muß der Roboter aber mit einigen Behinderungen leben. Tast- und Hörsinn sind erst in Planung.

Wenn Medien nichts anderes als Prothesen menschlicher Sinnesorgane sind, ist ihre Kombination noch nicht gleich ein ganzer Mensch. Fasziniert guckt man auf die ausgelagerten Teile des Roboterhirns im Regal. Sie surren und blitzen und blinken. Vor Cog selbst wird sein Innerstes sorgfältig verhüllt. Den Anblick der eigenen Hirnmasse wollen die Forscher dem sensiblen Maschinenmenschen ersparen. Denn zuviel Selbsterkenntnis macht verrückt.

Cog ist ein Projekt des Labors für Artificial Intelligence am MIT. Vorgestellt von Peter Rehberg