1. Tief durchatmen und sich vorsichtig damit vertraut machen, daß die Rechtschreibreform, ob sie einem gefällt oder nicht, sehr wahrscheinlich in wenigen Wochen Tatsache sein wird, unvollendete zwar, aber unabänderliche.

2. Wem die neuen Schreibweisen aus welchem Grund auch immer nicht zusagen, der soll einfach von seinem Recht Gebrauch machen, sie zu ignorieren.

3. Wenn Schulen und Behörden die Neuregelung demnächst endgültig eingeführt haben (für sie allein wird sie verbindlich sein), wird sich für viele Institutionen, Organisationen und Firmen, vor allem für die Presse- und Buchverlage die Frage stellen, ob und wann sie ihre Orthographie umstellen.

Jede Antwort ist richtig: sofort, nie, abwarten. Denn selbst in der Schule werden mindestens bis zum 31. Juli 2005 alte und neue Rechtschreibung nebeneinander bestehen.

4. Das vorläufige Nebeneinander zweier geringfügig abweichender Schreibungen ist nicht das Ende der deutschen Einheitsorthographie.

Praktisch läuft die Reform zunächst nur auf eine starke Vermehrung der Varianten hinaus (deren Zahl zudem in der neuen Orthographie höher ist als in der alten). Zwischen Varianten muß eine Entscheidung getroffen werden.

Wenn eine Institution, eine Firma ihre Schreibung umstellt, kann sie es darum nicht summarisch und quasi sprachblind tun; jemand in ihr muß entscheiden, welche Varianten gelten sollen. Sie kann natürlich ebenso entscheiden, die Neuregelung nur teilweise umzusetzen.